CeBIT 2017: Kleiner und fokussierter als in den Vorjahren

March 23, 2017

Den sichtbarsten Schwerpunkt der CeBIT 2017 bildeten Business Anwendungen bzw. Unternehmen aus den Bereichen ERP, CRM, ECM, IT-Sicherheit und BI. Gefühlt mehr Raum als in vorangegangenen Jahren nahmen staatliche Aussteller (Behörden, Bundesländer, Staaten und Bundeswehr/BND) ein, die sich vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung ins rechte Licht setzten. Insgesamt war die CeBIT jedoch kleiner als in den vergangenen Jahren. Allgegenwärtig war „die Cloud“, die aber von Jahr zu Jahr auch ein breiteres Spektrum (ernsthafter) Business-Anwendungsfälle liefert. Die Praktikervorträge legten nahe, dass das Thema in der Praxis ebenfalls längst angekommen ist und zwar vor allem in Form hybrider IT-Infrastrukturen.

 

Es sind zwar vor allem die Großunternehmen, die die großen technologischen Innovationen vorantreiben, wie die Beispiele SAP HANA (Datenbanktechnologie), Salesforce Einstein (AI/künstliche Intelligenz) oder IBM Watson (kognitives, maschinelles Lernen) zeigen, die alle auf der diesjährigen CeBIT präsentiert wurden. Es zeigt sich aber auch, dass die Unternehmen trotz ihrer Größe mehr denn je auf ein Partner-/Entwicklernetzwerk angewiesen sind: Der Nutzen der neuen Technologien definiert sich vor allem über die Relevanz und Nutzwert der Anwendungen, die auf Basis dieser Technologien entwickelt werden. Beim Aufkommen von Smartphones/Spielekonsolen beispielsweise war es letztlich auch immer die Stärke des Entwicklernetzwerks für Apps/Konsolenspiele, die über den Markterfolg von Smartphonebetriebssystemen bzw. Konsolenplattformen entschieden hat.

 

Im Falle von IBM Watson reichte das vorgestellte Spektrum von Applikationen vom selbstfahrenden Bussen über IT-Sicherheit bis hin zu einer selbstlernenden Kaufberatung auf eCommerce-Seiten. Die oft von Dritten entwickelten Anwendungen weisen (meist) einen hohen konkreten Nutzen in spezifischen Anwendungen auf (und eine hohe Komplexität). Anders als bei früheren disruptiven Umbrüchen (etwa von der Manufaktur- zur Fabrikfertigung) entscheidet weniger die Kapitalausstattung über die Teilhabe an den neuen Technologien. Vielmehr werden Agilität/Flexibilität und Innovationskraft eines Unternehmens entscheiden, ob die sich bietenden Chancen genutzt werden können.

 

Fazit: In der neuen digitalisierten Welt reichen die kraftstotzenden "Goliaths" den smarten und wendigen "Davids" die Hand - und das natürlich nicht ganz uneigennützig.

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