BRAIN Technology AG – Erteilung eines US-Schlüsselpatents validiert Expansions-Strategie

August 5, 2016

 

Die kürzlich bekanntgegebene Erteilung eines US-Patents (über Mechanismen der Geschmacksmodulation- HTC) für die BRAIN AG (BNN - DE0005203947) ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Expansionspfad des renommierten Unternehmens für industrielle Biotechnologie aus dem hessischen Zwingenberg. Sie ebnet den Weg für eine Vielzahl von Produkten, die in globalen Massenmärkten, die das Thema des Überkonsums von Fett, Salz und Zucker adressieren, eingesetzt werden sollen. Für BRAIN ist die Geschmackszelltechnologie („ScreenLine“) eine wichtige Säule in unserer Unternehmensstrategie“, sagt Dr. Jürgen Eck, CEO der BRAIN. Bekanntlich will man künftig verstärkt auf eigene Produkte setzen und so laut Unternehmenszielsetzung, im Geschäftsjahr 2017/18 (endet am 30.09.) auch die Gewinnschwelle überschreiten.

Zur Sicherung der Technologien und Produktkandidaten verfügt das Unternehmen über mehr als 350 Patente und Patentanmeldungen in 48 Patentfamilien. Von zentraler Bedeutung ist das BRAIN BioArchiv. Es enthält etwa 53 000 umfassend charakterisierte, kultivierbare Mikroorganismen, mehr als 50 000 charakterisierte Naturstoffe und Fraktionen aus essbarem Pflanzenmaterial sowie eine Vielzahl neuer Enzyme und Stoffwechselwege aus bisher nicht kultivierbaren Organismen. Auf diese einzigartige Sammlung natürlicher Ressourcen wird mithilfe eigener Technologieplattformen sehr effizient zugegriffen und so in einem mehrere Quartale umfassenden Prozess Entwicklungslösungen für Dritte und eigene Produkte entwickelt. Konkret gilt es den Patentschutz für die „Nutzungsrechte zur Untersuchung der Mechanismen der Geschmacksmodulation“ zügig auf weitere ökonomisch-relevante Territorien auszuweiten. Dem Vernehmen nach werden die bereits seit einiger Zeit laufenden Gespräche mit global agierenden Nahrungsmittel-Konzernen intensiviert werden.

Gute Nachrichten vom weißen Biotech-Unternehmen!

Zum IPO am 9. Februar 2016 an der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) wurden € 31,5 Mio. (brutto) erlöst, die zur Produktentwicklung verwendet werden und das Portfolio von gegenwärtig rund 15 Projekten erweitern sollen. Hieraus wird der Nachschub für das künftige B2B-Geschäft generiert.

Die steigende Zahl an eigenen Produkten - für die Chemie-, Futter- und Nahrungsmittel- und Kosmetik-Industrie - wird eingesetzt zur Effizienzsteigerung industrieller Prozesse (wie z.B. bereits in der Aminosäuren- oder Vitaminproduktion) und dient zur Produktdifferenzierung der Endprodukte (wie z.B. bereits in der Waschmittelindustrie).

 

Die industrielle Biotechnologie stellt also eine Schlüsseltechnologie für eine umweltfreundliche, kohlenstoffarme, nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft dar.

Erst im Juli berichtete Evonik über die Akquisition des Probiotikageschäfts der spanischen Firma NOREL, einem weltweit führendenden Anbieter von Futtermittelzusätzen. Evonik übernimmt das bestehende Produktportfolio im Bereich Probiotika sowie den NOREL-Produktionsstandort in León (Spanien) und baut somit seine starke Nr. 2-Position im Futtermittel-Additiv-Geschäft aus. Dieser Schachzug von Evonik sollte dem Vernehmen nach nicht zum Nachteil von BRAIN, die seit Jahren übrigens gute und erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zu dem Essener Konzern pflegen, sein, zeigt es doch, dass Bioökonomie-Themen auch innerhalb der Evonik an Bedeutung gewinnen.

Es wird deutlich, dass der Transformationsprozess in den Anwender-Industrien sich beschleunigt. Der Anteil biotechnologischer Produktlösungen in der Chemieindustrie soll von heute ca. 12 % auf ca. 20 % im Jahre 2020 ansteigen, was dann einem Jahresumsatz von über € 500 Mrd. entspräche. Damit soll - nach Industrie-Experten - das Wachstum mit rund 15,5 % p.a. deutlich über der Expansionsrate der Chemie-Industrie (4,5 %p.a.) liegen.

Dieser Expansionspfad gilt als Messlatte auch für BRAIN.

Passend hierzu: Bereits im September 2013 kaufte die US-amerikanische Tochtergesellschaft der BASF das US-Biotechnologieunternehmen Verenium Corporation (Nasdaq: VRNM) für US$ 4,00/Aktie (Prämie von ca. 56 %), was damals einer Bewertung - einschließlich sämtlicher Nettofinanzverbindlichkeiten - von ca. € 48 Mio. entsprach.

 

Das mit über € 140 Mio. an der Börse bewertete Unternehmen BRAIN hat sich im „sweet spot“ der biologisch-chemischen Produktentwicklung etabliert und identifiziert aus dem unternehmenseigenen BioArchiv bislang unerschlossene, leistungsfähige Enzyme, mikrobielle Produzenten-Organismen sowie bioaktive Naturstoffe und macht diese industriell nutzbar. Die so entwickelten innovativen Lösungen und Produkte werden bereits erfolgreich in der Chemie sowie in der Konsumgüter-, Kosmetik-, Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. BRAIN bedient diese Märkte in zwei Geschäftssegmenten – „BioScience“ und „BioIndustrial“ – das etablierte Kollaborationsgeschäft mit global aufgestellten Industriepartnern steht neben dem Expansionsfeld der Entwicklung und Vermarktung eigener Produkte entlang der Wertschöpfungskette.

 

Im 1. Halbjahr des am 1. Oktober begonnenen, laufenden Geschäftsjahres 2015-16 machte der B2B-Bereich „BioIndustrials“ € 7,1 Mio. also 51 % der Konzernerlöse aus. Das Enzyme-Geschäft mit Spezialitäten blieb expansiv, während die Nachfrage nach „Bulk Enzymes“ (im Wesentlichen für die Bioethanol-Produktion) aufgrund geringerer Mengennachfrage der Kunden nachgab. Zeitgleich stieg der Erlösanteil des zweiten Segmentes „Bioscience“, das das Kooperationsgeschäft der BRAIN umfasst, auf 49 % (€ 6,4 Mio.) und wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 %. Der Zwischenbericht über den 9-Monats-Abschnitt soll am 31.08.2016 veröffentlicht werden.

Mit der Patenterteilung bereitet man das Einschwenken auf den segmenttypischen Expansionspfad vor. Es gilt künftig zweistellig organisch zu wachsen. Der Newsflow sollte also frequenter werden.

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