Überraschung in Berlin – auf co.don–HV präsentiert sich neuer strategischer Ankeraktionär

July 18, 2016

In der ordentlichen Hauptversammlung der co.don AG (CNWK - DE000A1K0227) in Berlin am 14. Juli 2016 wurden alle Tagesordnungspunkte vom anwesenden Kapital (7,5 Mio. von 16,22 Mio. Stimmen (= 46,5 %)) mit annähernder Einstimmigkeit angenommen. Das gilt auch für die - überraschend angesetzten - Änderungen im Aufsichtsrat.

 

Was war geschehen? Seit wenigen Tagen hält die Bauerfeind AG, Zeulenroda-Triebes, laut eigenen Angaben über die Bauerfeind Beteiligungsgesellschaft mbH knapp über 25 % der 16,22 Mio. Aktien an der co.don AG. Die bisherigen Großaktionäre OSEMIFARO INVESTMENTS Ltd. und TRANSNOVA INVESTMENTS Ltd. haben ihre Beteiligung vollständig abgebaut. Alle weiteren bisherigen wesentlichen Beteiligungsverhältnisse an dem auf die Gelenksregeneration spezialisiert Berlin-Brandenburgischen „Tissue Engineering“ -Unternehmen seien laut Mitteilung der co.don unverändert.

 

Mit Prof. Hans Bauerfeind (CEO der nicht börsennotierten Bauerfeind AG) und Frau Beatrix Bauernfeind-Johnson ist der neue Ankeraktionär im Aufsichtsrat prominent und bis zur HV des Gj. 2016 vertreten.

 

Der Wechsel von zwei Finanzinvestoren zu einem strategischen Ankeraktionär ist aus unserer Sicht zu begrüßen. U.E. wird damit die Unternehmensentwicklung bei co.don in eine neue, eine wohl dynamischere, Phase eintreten. Es würde uns schließlich nicht überraschen, wenn die sich jetzt abzeichnenden Perspektiven noch in diesem Jahr zu einer überarbeiteten Finanzplanung führen sollten.

 

Bekanntermaßen ist das „Tissue Engineering“ die Kerntechnologie des Spezialpharma-Unternehmens. Zentrales Knowhow ist die Herstellung biologischen Ersatzgewebes für verletzte Organe und Gewebe und zwar unter Verwendung körpereigener Patientenzellen! Gegenwärtig ist man auf die Herstellung von Gelenkknorpeln und Bandscheibenknorpeln spezialisiert, die zur Gelenksregeneration (in den Stadien früher Schädigung) eingesetzt werden können.

 

Das Potential ist bekannt und noch bei weitem nicht ausgeschöpft: Unter der Annahme von ca. 30.000 Anwendungen p.a. allein im Kniegelenk besteht bei einem Einzelanwendungspreis von ca. € 5.000 ein Umsatzpotential von ca. € 150 Mio. jährlich, alleine in Deutschland. Perspektivisch lässt sich dieser prophylaktische, frühzeitige Einsatz der körpereigener Gewebematrizen- der seit Ende 2013 in Deutschland für die Kniegelenk-Regeneration zugelassen ist - auf zusätzliche Arthrose-Einsatzfelder ausweiten. Hinzu kämen z.B. Anwendung in Hüfte, Sprunggelenk, Schulter usw. Es gilt Ärzte und Patienten zu überzeugen - hier und im Ausland!

 

Bereits eine kurze Analyse macht die großen Schnittmengen in den Kundensegmenten und die Ergänzungen in den Produktportfolios zwischen co.don und Bauernfeind sichtbar. Auch die Bauerfeind AG verfügt über langjährige und dazu internationale Erfahrung auf dem Gebiet der Orthopädie und konzentriert sich hierbei auf die konservative Hilfsmittelversorgung der Patienten. Bandagen, Orthesen, medizinische Kompressionsstrümpfe und orthopädische Einlagen werden von dem 1929 gegründeten und 2.500 Mitarbeiter großen Familienunternehmen hergestellt und mit Tochtergesellschaften in über 20 Ländern vertrieben.

Die industrielle Logik der strategischen Kooperation muss in den kommenden Monaten mit konkreten Schritten der Zusammenarbeit umgesetzt werden. Gelingt dies zügig, werden u.E. die sich aus dieser strategischen Partnerschaft ergebenden positiven Synergien der laufenden Wachstumsstrategie bei co.don einen spürbaren Impuls verleihen. Das gilt sowohl für die Perspektive auf dem Heimatmarkt, als auch in Vorbereitung des EU-weiten Markteintritts. Hierfür ist der erfolgreiche Abschluss der laufenden klinische Phase -III-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des Kernprodukts „chondrosphere“ nötig. Auf der HV wurde bestätigt, dass mit einer erfolgreichen Genehmigung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) für Ende 2017 durchaus gerechnet werden könnte.

 

Was die aktuelle Geschäftsentwicklung angeht, so entspricht diese der gültigen Planung. Die Umsatzdynamik im Q2/16 hielt nach Vorstellung der vorläufigen Kennzahlen für das H1/16 auf der HV offensichtlich an. Ursächlich für diese positive Entwicklung war insbesondere die im vergangenen Jahr durchgeführte Neuaufstellung und Stärkung der Vertriebsaktivitäten im Heimatmarkt, den man sich mit einem weiteren Anbieter teilt. Im Q1/16 stiegen die Erlöse um 22 % auf € 1,64 Mio. - bis zum Jahresmitte waren es knapp 20 % auf inzwischen € 3,04 Mio.

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