Sartorius–HV soll Dividendenerhöhung und Aktiensplit beschließen

March 3, 2016

Der Hauptversammlung am 7. April 2016 schlagen Aufsichtsrat und Vorstand vor, für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende in Höhe von € 1,52 (Vorjahr € 1,08) je Vorzugsaktie und € 1,50 (Vorjahr € 1,06) je Stammaktie auszuschütten. Dadurch würde das Ausschüttungsvolumen von € 18,2 Mio. im Vorjahr auf € 25,8 Mio. steigen.
An der Börse sind zwei Aktiengattungen von Sartorius notiert. Von den stimmberechtigten Stammaktien (9,36 Mio. Stück) vertritt der Aufsichtsratsvorsitzende Arnold Picot als Testamentsvollstrecker mehr als 50 %, wodurch die Nachfahren des Firmengründers Florenz Sartorius noch heute das Sagen haben. Daneben hat Bio-Rad Laboratories in den vergangenen Jahren eine Beteiligung von rund 34 % aufgebaut und wird allgemein als „Finanzinvestor“ qualifiziert, auch wenn das US-Unternehmen in einigen Feldern als Konkurrent zu den Göttingern zu sehen ist. Weitere etwa 5 % befinden sich noch im direkten Familienbesitz und 9 % der Anteile hält das Unternehmen im eigenen Bestand, der Streubesitz der Stämme ist mit rund 2 % also sehr gering. Auch von den stimmrechtslosen, dafür mit einer um 2 Cent höheren Dividende bedachten 9,36 Mio. Stück Vorzugsaktien hält das Unternehmen – laut Geschäftsbericht 2015 - etwa 9 %. Die übrigen Vorzugsaktien befinden sich im Streubesitz.
Der kommenden Hauptversammlung wird zudem eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zur Durchführung eines „Aktiensplits“ im Verhältnis 1:4 vorgeschlagen, um “den Handel mit Sartorius-Aktien zu fördern und für noch breitere Anlegerkreise attraktiv zu machen“, so das Unternehmen. Jeder Aktionär soll ohne Zuzahlung pro Aktie drei weitere Aktien erhalten. Der  optisch niedrigere Aktienkurs – in diesem Fall eine Viertelung  - wird typischerweise von den Investoren positiv aufgenommen. Gleichwohl im TecDAX gut positioniert, wird ein Aufstieg in den DAX m.E. nicht so schnell machbar sein. Allerdings zeigt das Unternehmen ein relativ zum Wachstum der DAX-Unternehmen hohes Expansionstempo - und das wohl auch mittelfristig (Biosimilar-Boom). Die Struktur der Bio-Processing-Industrie wird sich somit weiter verändern.
 
Sartorius hat denn auch in dieser Konsequenz seine im Jahr 2011 entwickelten Finanzziele für das Jahr 2020 überprüft und vor wenigen Wochen aktualisiert. Angesichts der bisherigen erfolgreichen Strategieumsetzung bestätigt das Management das Umsatzziel von rund €2 Mrd.  in konstanten Wechselkursen im Jahr 2020. Sein Profitabilitätsziel hat Sartorius vor dem Hintergrund höherer Skaleneffekte, einem verbesserten Portfolio sowie positiver Wechselkurseffekte angehoben. Die interne Kraft des Geschäfts hat sich also besser als ursprünglich erwartet, entwickelt. Die operative EBITDA-Marge soll nun auf Basis konstanter Wechselkurse im Jahr 2020 etwa 26 % bis 27 % erreichen, statt wie bisher avisiert 23 %. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Profitabilität zukünftiger Akquisitionen auf einem mit dem bestehenden Geschäft vergleichbaren Niveau liegt.
Auch für das laufende Jahr rechnet Sartorius mit deutlichem profitablem Wachstum. So erwartet das Unternehmen auf Basis konstanter Wechselkurse für 2016 aktuell ein Umsatzwachstum von etwa 10 % bis 14 %. Die operative EBITDA-Marge soll gegenüber dem Vorjahreswert von 23,6 % wechselkurbereinigt um etwa einen Prozentpunkt zulegen. Weiterhin plant Sartorius die Höhe seiner Investitionen mit rund 10% vom Umsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Wir verweisen auf unsere EQUI-Note vom 11.02.2016.
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