Messebericht EuroCIS

March 1, 2016

 

Die alljährlich in Düsseldorf stattfindende EuroCIS ist die führende Fachmesse im Bereich Retail IT. 2016 wurden - bezogen auf Fachbesucheranzahl (+18%), Ausstellungsfläche und Ausstellerzahl - neue Rekorde verzeichnet. Unter den über 400 Ausstellern befanden sich - neben Großkonzernen wie Microsoft, Toshiba und Oracle, die unter anderem über eigene IT-Lösungen für den Retail-Bereich verfügen - auch einige börsennotierte Unternehmen aus Deutschland die ihren Geschäftsschwerpunkt in diesem Bereich haben. Zu nennen sind hier beispielsweise GK Software, die stark auf das Thema Omni-Channel setzen und auf der Messe die Lösung „OmniPOS“ erstmals präsentierten, Wirecard, ein Anbieter von Zahlungs- und Risikomanagementlösungen, MOBOTIX, deren netzwerkbasierte Video-Sicherheitssysteme auch im Handel zum Einsatz kommen, sowie  Wincor Nixdorf, die auf IT-Lösungen für (Retail-)Banken und den Handel ausgerichtet ist.

 

Die kleine Übersicht zeigt bereits wie vielfältig die Anwendungsgebiete sind. Besonderen Raum nahm jedoch das Thema Omnichannel ein, dem u.a. ein eigenes Forum mit interessanten Praxisvorträgen gewidmet war. Unter Omni-Channel ist zu verstehen, dass der Kunde mit dem Händler auf „allen“ Kanälen (Ladengeschäft, Online, Mobil etc.) in Kontakt treten kann und diese Kanäle nahtlos untereinander vernetzt sind (letzteres ist die Abgrenzung zum Multi-Channel-Ansatz). Zielsetzung sind Umsatzsteigerungen und höhere Kundenbindung durch maximalen Komfort für den Kunden. Dieser kann beispielsweise Online georderte Ware in einem Ladengeschäft seiner Wahl abholen (statt sie sich schicken zu lassen) oder direkt im der Filiale/dem Onlineshop Informationen zur Verfügbarkeit einer ausverkauften Waren in einer (anderen) Filiale erhalten. Bedenkt man, dass erst 27% der Händler eine Schnittstelle zwischen Kasse(nsoftware) und Onlineshop besitzen, 63% dies aber künftig realisiert haben wollen, sieht man welches Potenzial dieses Thema für die spezialisierten Anbieter hat.

 

Weitere prominente Themen waren der Self-Checkout, der im europäischen Ausland oft schon weiter fortgeschritten ist als in Deutschland und der Einsatz von mobile Devices mit Kassenfunktion durch die Händler, der erst bei rund 10% der Händler bereits realisiert ist (Quelle: EHI). Natürlich nahmen auch die Bezahlsysteme einen großen Raum ein. Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr haben sich zahlreiche Bezahlsysteme (Kreditkarten, eWallet, etc.) und noch deutlich mehr Anbieter positioniert. Trotz großer Namen (PayPal, Visa, Apple Pay, MasterCard) dürfte es nicht auf die eine bargeldlose Bezahlmethode hinauslaufen, vielmehr muss der Händler dafür sorgen jede für seine Kunden relevante Bezahlmethode anzubieten. Hier schießt sich dann wieder der Kreis zur (Kassen-) Software, die diese Vielfalt über Schnittstellen abbilden muss. Die eingesetzte Software ist gegenwärtig im Durchschnitt fast 7 Jahre alt (die Hardware ca. 5 Jahre) und so verwundert es nicht, dass 47% der vom EHI befragten Handelsunternehmen diese in den kommenden 2 Jahren modernisieren möchten.

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