Kräftiges Wachstum bei Verbio im Q2/15-16 – spanischem Wettbewerber droht Insolvenz – Preisunsicherheiten

February 9, 2016

Die VERBIO AG setzte das Ergebniswachstum im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 – wie erwartet - beschleunigt fort. Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahresvergleichswert um 7 % auf € 330,8 Mio. (1. Hj. 2014/2015: € 307,8 Mio.). Mit seinem breiten Sortiment konnte VERBIO Marktanteile sichern und ausbauen. Die inzwischen von VERBIO erreichte Kosteneffizienz und Produktvielfalt erlaubt es den Sachsen mit hohen Auslastungen eine sehr erfreuliche Marge zu erarbeiten,  den Cash Bestand weiter zu erhöhen und die Expansion vorzubereiten.

Der Wert der zentralen betriebswirtschaftlichen Steuerungsgröße EBITDA lag bei € 39,1 Mio. und damit um 51 % über dem niedrigen Vergleichswert (1. Hj. 2014/2015: € 25,9 Mio.). Die daraus abgeleitete Marge verbesserte sich um 842 BP auf 1181 BP. Maßgeblich für das Ergebniswachstum waren hohe Margen bei Bioethanol, unverändert hohe Absatzmengen bei Biodiesel und Bioethanol sowie eine höhere Auslastung der Produktionsanlagen für Biomethan.

Die jüngste Drei-Monats-Periode gehört zu den profitabelsten der Firmengeschichte: Mit einer ggü Vj. um 94 % auf € 35,7 Mio. ausgeweiteten Dreimonats-Brutto-Ergebnis (Marge: 20,4 %; Q2/14-15: 12,65 %) aus € 175 Mio. Umsatz (ggü. Vj. +21 %) war das Quartal ausgesprochen erfolgreich.

Die EBIT-Marge weitete sich um 80 % auf 875 BP; alleine im Q2/15-16 kamen zum operativen Ergebnis € 19,3 Mio. (Vj. € 6,1 Mio.) dazu, so dass der Halbjahreswert zum Vj. um 95 % auf € 28,7 Mio. anstieg. Das Finanzergebnis profitierte wohl nicht zum letzten Mal von geringeren Finanzierungskosten. Der operative Cashflow von € 39 Mio. steigerte das Nettofinanzvermögen auf € 40,5 Mio. Das EPS stieg entsprechend kräftig auf € 0,34 (1. Hj. 2014/2015: € 0,19); denn das Q2/15-16 lieferte mit € 0,12 einen vergleichsweise hohen Beitrag ab.

 

Die im 6-Monats-Zeitraum produzierte Menge an Biodiesel (technische Auslastung: 100,9 %!) und Bioethanol (technische Auslastung: 91,5 %) erhöhte sich - trotz Planstillständen bei Bioethanol - um 0,8 % und betrug - gegen den Markttrend sinkender Beimischungen - 346.007 to (Vj. 343.248 to). Darüber hinaus wurden im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 mit 264,0 GWh Biomethan (1. Hj. 2014/2015: 227,5 GWh) insgesamt 16 % mehr produziert als in der Vorjahresperiode.

Für die kommenden Monate erwartet das Management in den beiden Segmenten „cum grano salis“ stabile Margen. Entscheidend hierfür bleibt u.E. die Euro-Schwäche, zumal der niedrige Rohöl- und damit auch Kraftstoffpreis in Europa die Quotenerfüllung der Mineralölwirtschaft relativ teuer macht und damit die Mengenperspektive dämpft. Die drohende Insolvenz der spanischen Abengoa S.A. (deren Werke aktuell voll produzieren) sorgt zusehends für Nervosität bei Ethanol - die Backwardation ist abgeflacht, hält aber an. Vor diesem Hintergrund ist die Ausgestaltung der Ende Januar angepassten Management-Prognose u.E. „nachvollziehbar“. Andererseits: im sehr erfreulichen Q2/15-16 kamen € 24,5 Mio. auf EBITDA-Ebene hinzu. Bis zur Zielerreichung Gj 2015-16 bleiben weitere rund € 30 Mio. EBITDA-Ergebnis zu erwirtschaften.

Die Aufstockung der Finanzprognose am 25.01.16 hatte explizit ihre Begründung in dem starken Verlauf des Q2/15-16 sowie dem aktuell guten Auftragsbestand für die zweite Hälfte des Gj. 2015-16. Claus Sauter bekräftigte die aktuell gültige Guidance, die unter Zugrundelegung des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus sowie der angestrebten Produktionsauslastung davon ausgeht, im Gj. 2015-16 ein EBITDA in der Größenordnung von € 70 Mio. zu erzielen sowie das Net-Cash bis zum Ende des Geschäftsjahres auf eine Größenordnung von € 58 Mio. zu steigern.

 

Dominierende Grundlage des Geschäfts bei VERBIO sind die Biokraftstoffe der ersten Generation (Bio-Diesel und Bio-Ethanol): die Rahmensetzung der EU-Kommission („RED“) lautet bis 2020: Steigerung des Beimischungsanteil auf 7 %. Die absehbaren Preis- und Mengenperspektiven eröffnen VERBIO, als kostengünstigem Vollsortimenter, erfreuliche Aussichten - trotz schwachem Rohölpreisniveau. Der schwache Euro-Kurs zum US$ bleibt von herausragender, die Mengendisziplin der Marktteilnehmer von großer Bedeutung für die Preisperspektiven. Eine schnelle Quotenausweitung wäre darüber hinaus wünschenswert und wird inzwischen bereits in größerer Runde (inklusive Bauernverbände!) in Brüssel diskutiert!

Die seit dem 01.01.2015 geltende Treibhausgasreduktionsquote wurde in Deutschland erfolgreich eingeführt. Allerdings sei die Quote mit 3,5 % viel zu niedrig festgesetzt. Denn die deutschen Biokraftstoffe sind viel nachhaltiger als von den meisten Experten erwartet und reduzieren die Treibhausgase gegenüber Diesel und Benzin um fast 70 %. Aufgrund der zu niedrigen Quote ist der Absatz von Biodiesel und Bioethanol im letzten Jahr um fast 5 % zurückgegangen. Auch im laufenden Turnus droht ein Rückgang, was eine globale Absatzsteigerung im Inland nur schwer möglich macht und manche Wettbewerber dazu zwingt weiterhin Kapazitäten vom Markt zu nehmen.

Unterdessen arbeitet VERBIO ungebremst am Ausbau der fortschrittlichen Biokraftstoffe der zweiten Generation. Die Produktion von Biomethan, das überwiegend aus Getreideschlempe (Abfallprodukt der Ethanolherstellung) und zunehmend aus 100 % Stroh hergestellt wird, wird in Erdgasqualität in das europäische Erdgasnetz eingespeist. Der VERBIO-Vorstand denkt unterdessen über eine spürbare Wachstumsinitiative für Biomethan aus Stroh jenseits der EU27 nach. Erst recht nach der Klimakonferenz in Paris und den sich häufenden SMOG-Alarmen in VR China und Indien nimmt das Interesse auf internationaler Ebene stark zu.

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