CropEnergies AG – politische Klärung der Bioethanol Zukunft in der EU, Ende des Produktionsstopps in UK?

April 24, 2015

Seit einigen Wochen steigen die Preise für Bioethanol in Europa - die Krise in der hiesigen Biofuel-Industrie könnte sich ihrem Ende nähern. Der schwache Euro, gestiegene Rohöl- und Benzinpreise deuten auf eine bessere Angebot-Nachfrage-Verhältnis hin. Auch die nachfrageentscheidenden politischen Rahmenbedingungen in der EU sind nun geklärt.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich am 14. April 2015 für den Kompromissvorschlag des EU-Ministerrats vom 1. April 2015 zur Reform der EU-Biokraftstoffpolitik ausgesprochen. Für Biokraftstoffe aus Stärke, Zucker und pflanzlichen Ölen (1. Generation) wird eine Obergrenze von 7% (entspricht einer Jahresproduktion von ca. 9,5 Mio. m³; Produktion 2014: 5,6 Mio. m³), bezogen auf den Energiegehalt, eingeführt. Die Berücksichtigung indirekter Landnutzungsänderungen (iLUC-Faktoren) als Malus für europäische Biokraftstoffe wurde wegen fehlender wissenschaftlicher Grundlage abgelehnt. Allerdings gelten die jetzt geänderten Regelungen nur bis 2020. Die längerfristige Perspektive ist also nicht geklärt. Namhafte Investitionen in die 2. und 3. Generation von Biofuel-Anlagen dürften also bis auf Weiteres in Europa unterbleiben. Obgleich Biokraftstoffe aus Reststoffen wie Stroh und Abfällen (2. Generation) zusätzlich gefördert werden sollen.

Wir erwarteten zu Jahresstart keine Marktbereinigung, sprich einen Ethanol(C2)-Preisanstieg > € 460,-/m³, vor dem Q3/15. Die Erholung kommt scheinbar schneller voran! Recht konkret werden die Auswirkungen für CropEnergies (ISIN: DE000A0LAUP1) sein. Ein nachhaltiger Ethanol(C2)-Preis über € 500,-/m³ dürfte eine Anhebung der Guidance 2015-16 notwendig machen. Bedingung dafür ist unseres Erachtens eine Erholung der Terminkontrakte am Matif, die die Grundlage für die Mehrzahl der Lieferkontrakte darstellen.

Nachdem der Ethanol(C2)-Preis am 15.01.15 mit € 415,-/m³ auf Allzeittief stand, schloss CropEnergies im Februar die Produktionsanlage ihrer britischen Tochtergesellschaft Ensus UK in Wilton vorübergehend. Die übrigen Anlagen der CropEnergies-Gruppe in Deutschland, Belgien und Frankreich operierten seither unter hoher Auslastung weiter. Eine a.o. Belastung (bis zu € 40 Mio.) in der Bilanz des Gj. 2014/15 war als Konsequenz vom CFO angekündigt worden und weitete den operativen Verlust aus.

Mit Spot-Notierungen von > € 550,-/m³ (April 2015) könnte bereits bald die Ensus-Produktion wieder angefahren werden.

Please reload

.
Aktuelle Veröffentlichungen
Please reload

Archive
Please reload

© 2019 by D. Grossjohann/EQUI.TS GmbH